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Projekte & Arbeitsfelder

Junge Blicke auf den Wandel im Leipziger Neuseenland

Filmprojekt „#bleiben #gehen #kommen“ am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land

Der Südraum Leipzig ist eine Region im Wandel. Wo sich früher die Braunkohlebagger durch den Boden fraßen, erstreckt sich heute die beeindruckende Neuseenlandschaft, die nicht nur für Leipzig, sondern weit darüber hinaus zu einem attraktiven Reiseziel geworden ist. Doch nicht nur der Tourismus floriert – die Region befindet sich auch wirtschaftlich in einer vielversprechenden Entwicklung. Hier kann man ein gutes Leben führen. Doch wie sieht die lokale Jugend den Südraum Leipzig? Junge Menschen, die sich in ihrer Ausbildung befinden, die demnächst vor der Entscheidung stehen: Gehen oder Bleiben? Und dann vielleicht auch Wiederkommen?

Dieser Frage widmete sich das Filmprojekt „#bleiben #gehen #kommen“ am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen. Schüler*innen hatten die außergewöhnliche Gelegenheit, während der regulären Unterrichtszeit sieben Tage lang Filme zu drehen. Dies ist dem besonderen Engagement von Schulleiter Jörg Großkopf und seinem Kollegium zu verdanken. Träger dieses Projekts ist das Soziokulturelle Zentrum KuHstall e.V., Großpösna, das sich gemeinsam mit der Lokalen Aktionsgruppe Südraum Leipzig für das Projekt stark gemacht hat und dafür eine Förderung aus dem EU-Programm LEADER erhalten hat. Mit der Durchführung wurde das Büro für Soziokultur aus Schwäbisch Hall beauftragt, das über einige Erfahrung mit medienpädagogischen Projekten verfügt.

So kamen Mitte September der Berliner Regisseur und Produzent David Ruf und der Leipziger Dokumentarfilmer Pablo Ben-Yakov nach Böhlen und trafen auf eine bunte Gruppe von 21 Schüler*innen aus unterschiedlichen Ausbildungsbereichen im Alter von 16 bis 20 Jahren. Zum Auftakt ging es erstmal auf Exkursion im Reisebus durch die Region, organisiert von Peter Krümmel vom Soziokulturellen Zentrum KuHstall und Dr. Annedore Bergfeld vom Regionalmanagement Südraum Leipzig. Menschen, Betriebe und Initiativen wurden besucht, wodurch die Schüler*innen einige neue Einblicke in ihre Heimat bekamen und bereits erste Inspirationen für ihre Filmbeiträge erhielten.

Was war/ist  das Ziel von „#bleiben #gehen #kommen“? Die Schüler*innen sollten die Region aus ihrer Perspektive filmisch unter die Lupe nehmen. Sie sollten darstellen, wieviel Bewegung im Südraum Leipzig steckt, etwa, wie hier Menschen neue Projekte starten, welche Rolle die Braunkohleförderung immer noch spielt, wie es um die Jugendkultur bestellt ist. Persönliche, durchaus auch kritische Reportagen waren gefragt.

Schließlich wurden es im Lauf der sieben Tage vier Beiträge, die die Schüler*innen in kleinen Teams miteinander drehten. Eine Gruppe fuhr nach Pödelwitz, um sich mit dem Bleiben und Gehen in einem Dorf am Rand des Kohletagebaus zu befassen. Eine weitere drehte eine beeindruckende Reportage über ein besonderes Start-up-Unternehmen in Pegau von zwei jungen Gründern aus Leipzig. Ein Team machte sich auf die Suche nach Freizeitangeboten für junge Leute in Zwenkau und stieß auf einen Ort mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern. Die vierte Gruppe besuchte den Bergbau-Technik-Park und interviewte einen ehemaligen Bergnann und Bürgermeister, dessen Schilderung die ganze Ambivalenz des Braunkohlenbergbaus aufleben lässt.

Es ist den Schüler*innen gelungen, ein intimes und zugleich überraschendes Bild der Vielfalt im Südraum Leipzig zu zeichnen, das die nüchterne Ebene des Dokumentarischen hinter sich lässt. Sie sind den Menschen in den Geschichten nahegekommen und waren in ihren Blicken sehr innovativ. Ihre Neugier, ihre Experimentierfreude mit den Möglichkeiten der filmischen Darstellung spricht eindrucksvoll aus den Einstellungen.

Nach Abschluss der Dreharbeiten ging das gesamte Material zu dem jungen Editor und Produzenten Frank Carsten Walter in Ludwigsburg, der die vier Beiträge schnitt und die gesamte Postproduktion übernahm. So ist ein ca. 30-minütiger Kurzfilm entstanden, der am 29.06.2021, 18.30 Ihr im Kulturhaus Böhlen in Anwesenheit der Schüler*innen und des gesamten Projektteams feierlich präsentiert wurde.

Soziokulturelles Zentrum KuHstall e. V.

Dr. Thomas Huber, Büro für Soziokultur (www.bfsk.de)