Sanitäts- und Lazarettmuseum

- Reenactment-Szene
Das Leid – die Hilfe
Vom 14. bis 19. Oktober 1813 tobte die Völkerschlacht bei Leipzig. 100.000 Soldaten starben, tausende Zivilisten wurden durch ausbrechende Seuchen dahingerafft, darunter auch der Vater Richard Wagners. Napoleon verließ geschlagen das Schlachtfeld.
Die Leipziger Region bietet viele Möglichkeiten, sich dem Geschehen des Jahres 1813 zu nähern. Erinnerungsstätten wie das Völkerschlachtdenkmal laden zum Gedenken und Verweilen ein. Reenactment-Veranstaltungen mit historischen Biwaks, zivilen Spielszenen und Gefechtsdarstellungen lassen Geschichte wieder lebendig werden.
Einem nicht alltäglichem Thema widmet sich das Sanitäts- und Lazarettmuseum Seifertshain in der alten Dorfschule. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen weder detaillierte Darstellungen der Napoleonischen Zeit noch der Verlauf großer Schlachten. Vielmehr ist es jenen gewidmet, die während der Kämpfe verwundet wurden und unter unvorstellbaren Bedingungen um ihr Leben rangen.
Das Museum entstand nicht zufällig in Seifertshain. Denn mit dem Aufklärungsgefecht bei Liebertwolkwitz am 14. Oktober 1813 war die Furie Krieg auch nach Seifertshain gekommen – Soldaten verlangten nach Proviant, Verwundete mussten versorgt und Gefallene begraben werden. Das Dorf selbst erlebte am 16. Oktober heftige Kämpfe, Gasthof und Pfarrhaus waren anschließend zu Lazaretten umgewandelt worden.
Die unter dem Titel „Was wir erlebten im Oktober 1813“ bekannten Überlieferungen der Auguste Vater, Tochter des im Jahre 1813 amtierenden Pfarrers, schildern eindrucksvoll die dramatischen Ereignisse während der Völkerschlacht.
Im Museum erzählt ein Arzt von seinem blutigen Handwerk, im Hintergrund ein Unglücksseliger, dessen Arm amputiert ist. Der Betrachter blickt auf detailreich gestaltete Zinnfiguren-Dioramen und Schlachtfeldfunde. Ein Raum ist dem Franzosen Larrey, dem bekanntesten Chirurgen seiner Zeit, und seiner Bedeutung für das militärische Medizinalwesen gewidmet. Der Spannungsbogen reicht bis zur Gründung des Roten Kreuzes 50 Jahre nach der Völkerschlacht.
Einzigartig ist das Museumsumfeld mit seinem nahezu original erhaltenen Ensemble von (Museums)Scheune, Pfarrhaus, Kirche, Friedhof mit Einzel- und Massengrab Gefallener von 1813 sowie den Grabstätten der Eltern Auguste Vaters.
Näheres erfahren Sie unter www.sanitaetsmuseum1813.de

