Bergbau-Technik-Park

 

Der mitteldeutsche Raum wurde geprägt von der jahrhunderte langen Gewinnung, Veredelung und Nutzung der Naturressource Braunkohle. Doch Anfang der neunziger Jahre kam im Zuge der Wiedervereinigung und der damit sich verändernden Energiepolitik das kollapsartige Ende dieser Ära. In kurzer Frist verschwand nahezu die gesamte Infrastruktur eines Industriezweiges. Jetzt, über 20 Jahre später, wird die Landschaft südlich und nördlich von Leipzig zunehmend von aus Tagebaurestlöchern entstehenden Seen geprägt und der Begriff des Leipziger Neuseenlandes ist auf dem besten Weg, sich bundesweit als neue touristische Destination zu etablieren. Die Erinnerung an die Zeit vor den Seen beginnt im gleichen Maße zu verblassen.

Hier setzt das Vorhaben Bergbau-Technik-Park an. Der Park will einen Ort schaffen, der einen authentischen Blick in die Vergangenheit gewährt und damit die Brücke schlägt zwischen Vergangenem, Gegenwart und Zukunft. Anknüpfungspunkt war die Bewahrung zweier Tagebaugroßgeräte aus dem ehemaligen Tagebau Espenhain vor ihrer bereits beschlossenen Verschrottung. Es handelt sich um den Schaufelradbagger 1547 (ca. 1.300 t, Bj. 1985) und dem Bandabwurfgerät 1115 ( ca. 2.400 t, Bj. 1986), die das Kernstück des Parks bilden. Die beiden Großgeräte konnten dank der Initiative engagierter Mitglieder des 2002 gegründeten Bergbau-Technik-Park e. V., der Unterstützung der Kommunen Großpösna, Espenhain und Markkleeberg, sowie des Freistaates Sachsen und des damaligen Regierungspräsidiums Leipzig in Zusammenarbeit mit der LMBV und der MIBRAG gesichert werden.

Der Park verfolgt das Ziel, authentisch und nachvollziehbar einen kompletten Förderzyklus in einem Braunkohlentagebau darzustellen. Der Bogen spannt sich vom Rückbau der kultivierten Landschaft hin zur Vorbereitung des Vorfeldes und Grundwasserabsenkung über die Gewinnung des Abraumes und der Kohle, zum Transport bis zur Verkippung des Abraumes und der sich anschließenden Sanierung und Wiedergewinnung neuer Räume.

Der Park verbindet das Lernen über und die Erinnerung an den Braunkohleabbau mit der Funktion der touristischen Attraktion und der Erholung. Themen wie Energiegewinnung und –verbrauch werden ebenfalls aufgegriffen. Die junge Generation wird eingeladen, die Ausmaße der Maschinentechnik und der Logistik zu bestaunen, wie auch die Generation der ehemaligen Bergleute sich in „alte Zeiten“ zurück versetzen lassen kann. Ein spezieller Bereich im Park erinnert an Heimatverlust und das Verschwinden ganzer Dörfer.

Der Standort des Bergbau-Technik-Park befindet sich ca. 10 km südlich von Leipzig zwischen dem Markkleeberger und dem Störmthaler See auf dem Innenkippengelände des ehemaligen Tagebaues Espenhain. Die unmittelbare Nähe zur Leipziger Südtangente A 38 lässt den Park auch zu einer viel beachteten Landmarke werden. Somit liegt er mitten im Leipziger Neuseenland und ist zudem umgeben von vielfältigen touristischen Destinationen, wie z. B. dem Kanupark am Markkleeberger See, dem Seepark Auenhain, Belantis, Kap Zwenkau etc. Der Bau der A 72 (Leipzig-Chemnitz) wird ebenfalls dazu beitragen, die Erreichbarkeit des Parks zu erhöhen, wie auch die nur ca. 200 m vom Park entfernte Verbindung zwischen Markkleeberger und Störmthaler See, einem Bestandteil des Leipziger Gewässerverbundes.

Von 2003 bis 2012 befand sich der Park im kontinuierlichen Aufbau. Erste Maßnahmen waren die Aufschüttung und Modellierung von ca. 35.000 m³ tertiärer Erdmasse zur Gestaltung eines künstlichen Abbaustoßes und des Tagebauvorfeldes und die Positionierung und Sicherung der Großgeräte. Der eigentliche Bau des Parks begann im Mai 2010 mit dem 1. Bauabschnitt, der im März 2011 abgeschlossen wurde.

Seit Ostern 2012 ist der Park jährlich von Mitte März bis Mitte November für Besucher geöffnet. Im Rahmen von vorab vereinbarten Führungen ist ein Besuch auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Als einmaliger, seinesgleichen suchender Ort lebendiger Geschichtsvermittlung und der Erinnerung an eine große Ära sächsischer Industriegeschichte wird der Bergbau-Technik-Park einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des Leipziger Neuseenlandes zu einer kulturell interessanten und touristisch attraktiven Region leisten und seinen Teil dazu beitragen, der Industriekultur zur stärkeren Beachtung zu verhelfen.

Bergbau-Technik-Park e.V:

Hauptstr. 19,04463 Großpösna (Sitz der Verwaltung)

Tel: 034297/ 1401 27

Ansprechpartner: Thorsten Hinz, Bettina Prochaska, Peter Krümmel

Internet: www.bergbau-technik-park.de

E-Mail: info@bergbau-technik-park.de

 

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